BIKE SMART, NOT HARD :-)

Tiefeinsteiger in leicht & sexy: Coboc SEVEN Kallio

Das leichteste Tiefeinsteiger E-Bike - Erster Fahrbericht 

Coboc definiert mit dem SEVEN Kallio den „Damenrahmen“ neu – es war auch an der Zeit! Wenn das Kallio eine Fahrradgeschichte erzählt, dann die vom Abschied von Rollenbildern beim Tiefeinsteiger. Das SEVEN Kallio erzählt von moderner Unisex-Gelassenheit und von einer neuen Leichtigkeit des urbanen E-Bike-Daseins.

Und das nicht nur optisch!

Die leichtesten Tiefeinsteiger

Das SEVEN Kallio und sein Schwestermodell SEVEN Kallio Komfort sind mit 17,5 kg nämlich die mit Abstand leichtesten E-Bike Tiefeinsteiger am Markt. Den Coboc Ingenieuren ist hier eine kleine Sensation gelungen.

Erhältlich werden sie ab der Saison 2020 sein. Das SEVEN Kallio zu 3.999 €, das SEVEN Kallio Komfort zu 4.399 €. Das Bike kann auf den Coboc-Website schon konfiguriert (Kallio und Kallio Komfort) und vorbestellt werden – angepasst und ausgeliefert wird es dann bei einem der Händler in Eurer Nähe (Händlerkarte bei Coboc).

Schlankes Rahmenkonzept

Die stabilen Rahmen, die Tiefeinsteiger wegen der nötigen Stabilität in der Regel brauchen, sorgen bei den meisten E-Bike-Herstellern für Gewichte ab 25 Kilogramm aufwärts. Am nächsten dran am Coboc SEVEN Kallio ist noch das Optima E40 von Orbea mit ab 19,5 kg.

Bei diesen gewichtsoptimierten E-Bikes von Coboc und auch beim Orbeaa E40 sind Hinterrad-Nabenmotoren verbaut. Über deren spezielle Eigenschaften und Vorteile für leichte E-Bikes haben wir schon einen Artikel geschrieben: Comeback der Hinterrad-Nabenmotoren.

Zurück zum Rahmen: Der ist beim SEVEN Kallio wegen der integrierten Akkus ohnehin schon stabil, und mit der kurzen zusätzlichen Strebe über dem Tretlager erreicht das SEVEN Kallio diese Stabilität mit mindestens sieben Kilogramm weniger Gewicht als bei Wettbewerbern (bis auf das o.g. Orbea, derzeit).

Nur 16,8 kg Gewicht beim Testrad

Beim Nachwiegen des von mir gefahrenen Testrads zeigte die Waage sogar nur 16,8 kg an – trotz Schutzblechen und Gepäckträger. Im Auslieferungszustand kommt noch ein eleganter von Coboc designter Kettenschutz dazu.

Die verstärkende Längsstrebe sitzt ziemlich auch genau im Schwerpunkt des Rades. Das macht sie zum praktischen „Handgriff“. Das Kallio lässt sich sehr gut tragen, wenn es mal ein paar Stufen im Treppenhaus oder bei der City-Tour hoch oder runter gehen muss. Das Niedriggewicht und die innovative Geometrie leisten beim Kallio natürlich auch einen wesentlichen Beitrag zur Wendigkeit und zum leichten Handling.

Mein Fahrbericht zum SEVEN Kallio

Der erste Fahreindruck bestätigt das. Das schicke SEVEN Kallio in „Cloud White – Neo Silver, metallic“ wirkt wendig, läuft auf den 28-Zoll Balloonreifen (5cm Breite) aber auch gut geradeaus. Das Pedelec bleibt auch auf dem Waldweg und leichtem Schotter erstaunlich ruhig und ließ sich auch hier gelassen fahren. Zu naß und zu weich sollte ein Offroad-Untergrund natürlich nicht sein, für solches Gelände sind die Reifen einfach nicht geeignet.

Die Geometrie ist so ausgelegt, das das Rad gut zu kontrollieren ist: Die mittlere Kettenstrebenlänge von 465 mm hält das SEVEN Kallio einerseits agil und beweglich genug zum leichten Lenken. Das Vorderrad läuft leicht über Hindernisse. Die Länge trägt auch dazu bei, dass der Geradeauslauf beim nicht zu steilen Lenkwinkel von 70,5 ° ruhig bleibt.

Mein Eindruck: Wendigkeit und Tempo werden beide ausgewogen unterstützt. Das Kallio fährt sich unaufgeregt, komfortabel und wendig, kann aber auch sportlich und schnell bewegt werden.

Langbeinige Schönheit – Sweet Spot im Rahmendesign

Man muss das nicht wie Coboc „Fast Comfort Geometry“ nennen – aber die Aussage von Coboc auf meine Rückfrage zur Geometrie der Kallio-Modelle kommt hin, mein Fahreindruck bestätigt sie:

„Wir haben einen Sweet Spot gefunden: agiles Handling, trotz maximaler Fahrstabilität. Es ist das Ergebnis vom Verhältnis der vier Parameter Fork Rake (Gabel-Vorbiegung), Lenkwinkel, Radstand / Achsabstand, und der Länge der Kettenstrebe.“

Coboc SEVEN Kallio - Supernova Frontlicht

Apropos Fahrstabilität: Die langbeinige Schönheit vermittelt auch abwärts bei höherem Tempo ein sicheres Fahrgefühl, zumal die Bremsen (Shimano MT-201 hydraulische Bremsen mit 160 mm Bremsscheiben) gut, aber nicht zu hart greifen.

Ein besonderes Detail ist die von Coboc selbst entwickelte minimalistisch-originelle Klingel. Ihr heller Klang ist angenehm, sie erschreckt nicht, aber ist deutlich hörbar. Im Gegensatz zu manchen Billigklingeln auch mit den für E-Bikes vorgeschriebenen 85 dB Schalldruck! Coboc bietet sie ab Frühjahr 2020 auch als Zubehör an. Im Bild unten neben der Klingel auch die Ergon GP10 Handgriffe.

Lenkergriff und Coboc-Klingel

Die große Stärke des SEVEN Kallio ist natürlich das einfache schnelle Auf- und Absteigen durch den tiefen Durchstieg, besonders im städtischen Stop & Go-Verkehr.

„Hop-on, Hop-off“ nennt die Presseabteilung das Konzept, es sorgt auf jeden Fall für einen zusätzliches Sicherheitsfaktor im umkämpften Verkehrsraum der Stadt.

City-E-Bike Coboc SEVEN Kallio

Zur Alltagstauglichkeit wird von Zubehörherstellern bis zum Marktstadt im Frühjahr 2020 unter anderem noch ein System-Gepäckträger erwartet.

SEVEN Kallio Komfort: Vorn gefedert

Wer in Städten mit viel Kopfsteinpflaster lebt, der wird vielleicht zum Kallio Komfort greifen. Das SEVEN Kallio Komfort verfügt über eine besondere Federung vorn: Nicht wie gewohnt mit zwei Federelementen in der Gabel rechts und links am Rad, sondern mit der selbst entwickelten „Coboc Monoshock Lite Federgabel“ mit immerhin 35 mm Federweg. Im Bild unten erkennt man den zentrale Dämpfungselement oberhalb der Gabel.

Coboc_Kallio_Comfort - Photographie: Falk Wenzel
Da dies etwas Mehrgewicht bedeutet, hat Coboc an anderer Stelle beim Kallio Komfort durch leichtere Teile an Gewicht gespart, etwa mit gewichtsreduzierten Felgen und der Ausführung der Gabel in Carbon. Das Gesamtgewicht bleibt damit bei beiden Modellen bei 17,5 kg.

Beide Kallio-Modelle unterstützen Dich als E-Biker*in mit den zehn Gängen der Shimano Deore 1×10 (11-36) Kettenschaltung und der Feinsteuerung der Tretunterstützung via App.

Feinsteuerung der Unterstützung per App

In der COBOC App kannst Du wie beim TEN Torino zwei Fahrmodi individuell konfigurieren, z.B. für Stadt und Steigung.

Die Fahrmodi des „Electric Drive System“ umfassen drei Einstellungen: Konstantleistung (Constant Power), Unterstützung (Gain) und Start-Boost.

Coboc E-Drive AppDer im Tretlager integrierte Torque-Sensor misst die momentane Trittkraft und verstärkt dieses Drehmoment über den Motor im Hinterrad entsprechend der weiteren Fahrdaten (Geschwindigkeit, Trittfrequenz).

Hier die Einstellungen der App im Detail:

CONSTANT POWER
Dieser Parameter bestimmt die Grundunterstützung des Motors. Unabhängig von der eigenen Trittkraft wird durch Änderungen dieses Werts ein konstanter Anteil auf die Motorleistung hinzugefügt oder abgezogen.

UNTERSTÜTZUNGSSTUFE / GAIN
Hier wird das Verhältnis von eigener Leistung zu Motorleistung eingestellt. Bei hohen Werten wird die eigene Kraft stark unterstützt. Bei niedrigen Werten unterstützt der Coboc E-Drive den Fahrer entsprechend weniger.

START-BOOST
Hier kann das Anfahrverhalten des Bikes beeinflusst werden. Je höher der Wert, desto spritziger ist die Anfahrt mit dem Coboc Bike. Wer ein sanfteres Anfahren bevorzugt, wählt eher eine niedrigere Einstellungsstufe.

Bergauf habe ich mir als App-Modus 2 den GAIN mit 10 maximal eingestellt, dafür den Start-Boost reduziert, wie auch schon beim Test des TEN Torino. Mit dieser Einstellung kam ich die 250 Höhenmeter mit teils 20% Steigung von Heidelberg Rohrbach über das zum EMBL und zum Bierhelderhof gut hin.

Akkureichweite: Kein Thema

Trotz der maximalen Unterstützungsstufe wurde die Akkureichweite überhaupt kein Problem. Die Restkapazität des Akkus am Ende der Tour mit etwa 15 Kilometer Länge und etwa 250 Höhenmetern bergauf lag noch bei 78%. Das ist besonders bemerkenswert, da ich durchaus für ein paar Kilometer auch kraftraubendere Wald- und Schotterstrecken-Umwege eingelegt habe.

Ein Display braucht das Kallio nicht zwingend: Gut sicht- und erreichbar sitzt das Coboc User Interface als leuchtende LED-Taste auf dem Unterrohr. Die Taste dient als Steuerzentrale und zeigt auch den Akkustand an. Im Modus 1 strahlt sie in Blau, im Modus 2 in Grün. Ebenso wird der Akkustand in Form von fünf LED-Abschnitten mit angezeigt.

Ein-, Aus- und Umschalten zwischen den Modi erfolgt einfach per Druck auf die Leuchttaste, bei doppeltem Druck wird das Fahrlicht eingeschaltet.

Wie beim minimalistischen Coboc Style üblich: Gepäckträger und Schutzbleche sind erst auf den zweiten Blick erkennbar. Sie passen sich dezent und formschön der Kontur des Hinterrades an. Der gerundete Gepäckträger bietet für zwei Seitentaschen Platz und passt etwa zum Ortlieb System.

Gepäckträger und LED-Rücklicht am SEVEN Kallio

Hydraulische Scheibenbremsen sind natürlich an Bord, das Frontlicht von Supernova (V521s) und ein im hinteren Schutzblech sehr schön integriertes LED-Rücklicht runden das SEVEN Kallio ab. Es ist damit auch nach der StVZO regelkonform ausgestattet.

Die breite Bereifung mit Schwalbe Big Apple Active 622-50C Balloonbike-Komfortreifen (2 Zoll / ca. 5 Zentimeter) und der komfortabel ausgelegte Ergon ST10 Sattel machen das SEVEN Kallio komfortabler, als ich es erwartet hatte. Zum Beispiel gegenüber dem sportlicher ausgelegten von mir im Frühjahr 2019 gefahrenen eGravel TEN Torino. Auch die Ergon-Handgriffe stützen Dich gut ab.

Tiefeinsteiger Fahrräder

Schlank, agil, cool – so sexy können Tiefeinsteiger sein

Fazit: Die SEVEN Kallio Modelle sind schlanke, leicht zu handelnde Allround E-Bikes, mit hoher Alltagstauglichkeit für die Stadt und das Umland. Touren inklusive.

Disclaimer:
Das E-Bike wurde uns zur Testfahrt von Coboc zur Verfügung gestellt.

Bilder:
Produktfoto Kallio Komfort: Coboc
Sonstige: Ebikespass.de

Schlagwörter: , ,

Author: ebikespass

E-Bikes verbinden für mich ideal Frischluft, Fitness und eine ordentliche Entdeckungsreichweite ... Ich habe früher Motorradfahren genossen - Pedelecs machen mir heute mindestens genau soviel Spass - und sind dabei gut für die Umwelt, den Körper und die Seele! Ein persönliches Dankeschön an alle, die mit ihren Kommentaren, eigenen Erfahrungen und Fragen diesen E-Bike-Blog weiter aufwerten! Was brachte Euch zum E-Biken? Was macht am meisten Spass, was ärgert Euch? Stellt Ihr Euch noch Fragen vor dem Kauf? Gerne in den Kommentaren Fragen stellen oder Eure Anregungen und Kritik - wir antworten!

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.