Mit dem Leih-E-Bike auf dem Chiemsee-Radweg

Ein Test für die Bikes, den Chiemsee-Radweg und uns 

Nach unseren ersten E-Bike-Erfahrungen auf Mallorca mit Leih-Rädern vom Typus E-MTB von Scott und Haibike haben wir rund um den See die Variante „City-Tourer“ für uns ausprobiert, die als Verleih-Bikes eines Hotels erhältlich waren. Daraus wurde ein Test für die Leih-Bikes, für den Chiemsee-Radweg und für uns – im Hinblick auf unsere Entscheidung, welcher E-Bike-Typ am besten zu uns passt.

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Mit dem E-Bike auf dem Chiemsee-Radweg
Der Chiemsee-Radweg bei Chieming

Der Chiemsee-Radweg ist sicher einer der attraktivsten Radwege in Oberbayern. Fast immer am Wasser entlang, meist Sonne und Schatten perfekt abwechselnd, unterwegs einladende Biergärten, Cafés, Kioske – und der Ausblick auf die Chiemgauer Alpen mit der markanten Kampenwand.

Der Rundweg ist insgesamt 55 Kilometer lang. Wer nicht täglich Rad fährt, für den ist das E- am Bike schon eine wohltuende und besondere Motivation, doch mal die ganze Runde auszuprobieren.

Dies haben auch die Radl-Verleiher und Hotels erkannt, die ihren Gästen das entspannte Vergnügen auf E-Bikes seit zwei, drei Jahren schon anbieten. Jetzt, in 2015, wird das bei den Gästen auch gut angenommen. Zumal rund um den Chiemsee Ladestationen für kostenlosen Energienachschub sorgen.

Die Strecke ist fast komplett eben und sehr entspannt zu fahren. Die Wege sind teils geteert (v.a. auf den Abschnitten südlich vom See) oder man rollt auf Wald- und Kieswegen.

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E-Bike Ladestation
E-Bike Ladestation am Römermuseum in Seebruck

Die beiden E-Bikes hatte das Hotel vom Additive-Bikes-Team in Prien am Chiemsee. Additive Bikes ist ein erfahrener Fahrradverleiher und stellt zudem gut gestaltetes Fahrradzubehör wie Fahrrad-Rahmentaschen und verschiedene Halterungen her. Vom Typ her waren die Räder City-Bikes mit tiefem Einstieg. Die Akkus waren in den Gepäckträger integriert, und darauf ein Korb für Taschen, Rucksäcke, Badetuch & Co. montiert.

Die Räder waren bequem und praktisch ausgelegt. Das Fahrverhalten war gut, solange wir auf festen Wegen und Asphalt unterwegs waren, nicht mehr ganz optimal wenn es über Waldboden oder Kieswege ging. Dazu trugen die relativ schmalen Touren-/Trekking-Reifen bei, in Verbindung mit dem wegen dem Akku, Gepäck und ziemlich aufrechter Sitzposition nur leicht belasteten Vorderrad. Es lenkte sich für unseren Geschmack zu leicht und ließ sich vom Kies und Unebenheiten spürbar beeinflussen. Wir fühlten uns jedenfalls nicht ganz wohl auf diesen Wegabschnitten.

Zusammen mit dem hohen Gewicht auf der Hinterachse (Akku, ein Großteil des Körpergewichts, Gepäck) und dem bauart-bedingt weniger steifen Tiefeinsteigerrahmen ergab sich ein etwas flattriges Fahrgefühl. Das wie gesagt sofort besser wurde, sobald wir wieder auf befestigte Wegen kamen.

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Das E-Bike vom Typ City-Bike / Tiefeinsteiger mit Akku im Gepäckträger integriert

Man ist ohnehin besser nicht viel schneller als die elektrisch unterstützen 25 km/h rund um den Chiemsee unterwegs. Mangels Gefällen und in Anbetracht von Spaziergängern und Kindern ist man auch selten versucht, viel höher zu beschleunigen.

Unser Fazit zu den Rädern: Die Tiefeinsteiger sind praktisch, gutmütig und erfüllen ihren Zweck auf festen Wegen – und solange man sie nicht mit Tempo und schnellen Richtungswechseln überfordert. Für Wald- und Kieswege sind diese E-Bike-Typen wohl nicht gebaut. Wenn unsere erste Erfahrung mit E-Bikes diese Räder auf solchen Wegen gewesen wären – wir bezweifelten ob die E-Begeisterung überhaupt bei uns ausgebrochen wäre.

Vielleicht wäre es konsequenter für Verleiher und Hotels, für den Chiemsee-Radweg auf andere E-Bike-Typen zu setzen – etwa auf Trekking-E-Bikes. Das wäre m.E. die bessere Kombination und bessere Werbung für den Spass am Chiemsee und auf E-Bikes. Die Gäste dürften diese Modelle inzwischen auch erwarten.

Vielleicht wäre das auch ein Sicherheitsfaktor bei steigendem Verkehrsaufkommen … Denn zu einer Notbremsung wollten wir mit den geliehenen Bikes ungern gezwungen sein. Dies kann auf der Chiemsee-Runde – vor allem an sonnigen Wochenenden – durchaus mal nötig werden. Den Weg teilen sich dann auf weiten Strecken Spaziergänger, Familien mit Kindern, Kinderwägen und Vierbeinern, Muskel-only-Radler und natürlich E-Biker. Manche besonders ehrgeizige Biker (meist nicht E-) schießen so schnell auf einen zu und an einem vorbei, dass man seinen Hut pardon Helm festhalten möchte …

E-Bike auf dem Wasser

Mit dem E-Bike über’s bayerische Meer – Die Chiemsee-Schiffahrt macht es (meist) möglich.

Einen besonderen Vorteil des Chiemsee-Radwegs haben wir am Schluß genutzt – und ein paar Kilometer per Schiff abgekürzt. Die Radmitnahme ist auf den Booten der Chiemsee-Schifffahrt nämlich möglich. So heißt es zum Thema Radbeförderung:

Sofern Platz an Bord ist und keine Fluchtwege verstellt werden nehmen wir Fahrräder gerne mit. Die Entscheidung über die Mitnahme liegt beim Schiffsführer. Ein Beförderungsrecht besteht nicht… Für den Radtransport ist ein geringes Entgelt zu entrichten.

Und dieser Satz zeigt, wie gut die Infrastruktur für Radler und E-Biker am Chiemsee  ist:

Direkt am Hafen Prien/Stock gibt es eine kostenlose Ladestation für E-Bikes sowie kostenlose Schließfächer und abschließbare Fahrradgaragen.

Von der Anlegestelle in Prien-Stock haben wir uns also in der späten Nachmittagssonne nach Gstadt mitnehmen lassen, was unser Startpunkt war.

Nützliche Infos zur Radtour um den Chiemsee:

Author: ebikespass

Schon früher mit Yamaha auf zwei Rädern unterwegs - und jetzt wieder! E-Bikes verbinden für mich ideal Bewegung, Frischluft und eine ordentliche Entdeckungsreichweite ... Ich habe Motorradfahren genossen - E-Bikes bieten fast noch mehr Spass! Was brachte Euch zum E-Biken? Was macht Euch am meisten Spass? Was ärgert Euch? Stellt Ihr Euch noch Fragen vor dem Kauf?

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